Sliderfoto Trailerpark 02 (Foto: Daniel Jensen / Unsplash)
Filmbühne Magazin

Trailerpark News – It’s getting hot in here

Dude… So langsam macht’s keinen Spaß mehr das Wetter. Da bleibt nur Verrammeln, Verdunkeln, Ventilatoren… Und da mein zweites Strohwitwer-Weekend hintereinander doch sehr entspannend verlaufen ist gibt es ’ne Menge heißen Shit.

One Cut Of The Dead

Kinoplakat "One Cut of the Dead" (Drop-Out Cinema/Koch Films)
Kinoplakat „One Cut of the Dead“
(Drop-Out Cinema/Koch Films)

Film in drei Akten: In Akt 1 sehen wir in einem Take(!) ’ne Filmcrew, die versucht ’nen Zombiefilm zu drehen, dabei dann dummerweise selbst von Zombies angegriffen wird. In Akt 2 sehen wir, wie es überhaupt dazu gekommen ist und was das alles überhaupt soll. In Akt 3 sehen wir dann der Filmcrew zu, die die Filmcrew filmt, die versucht ’nen Zombiefilm zu drehen, bevor wir im Abspann dann der Filmcrew zusehen, die die Filmcrew filmt, die die Filmcrew filmt, die versucht ’nen Zombiefilm zu drehen… Got it!? Klingt völlig durchgeknallt, ist es auch! Die erste halbe Stunde ist so fremdschäm-schlecht, dass man fast abschalten will. Aber was dann folgt ist große Kunst. Am Ende ergibt wirklich ALLES einen Sinn, genial! Da sieht man mal wieder: Auch mit wenig Kohle (fünfstelliges Budget) kann man ’nen Welthit landen (lief zuerst in Tokyo in glaub ich zwei Kinos, bevor dat Dingen durch die Decke ging und global auf allen möglichen Filmfesten abgefeiert wurde), JAPANESE MADNESS FOREVER!

Captain Marvel

„OH CAPTAIN MEIN CAPTAIN!“ America? Nope… Iglu? Nope… Blaubär?? Nope… es ist eine Marvel! Verrückt – denn ich hab im ganzen Film keinen Hinweis gefunden, warum die Olle jetzt konkret Captain sein soll, egal, nur Details. Definitiv finden kann man gute Unterhaltung, einen Samuel L. Jackson der so unfucking fassbar echt jung aussieht als hätte man ihn per Fluxkompensator eingebeamt, Cat-Content vom feinsten und ein paar Easter-Eggs für MCU-Nerds. Ansonsten aber weitestgehend verzichtbar (wenn man auf das große Ganze schaut), obwohl bewusst verwirrend erzählt fast schon unterkomplex. Die 90s-Zeitgeist-Mucke wirkt auch ein wenig zu gewollt (und kilometerweit von der Coolness eines GotGalaxy entfernt!), hatte ich mir ehrlich gesagt mehr von erhofft… Aber „dat is“ Jammern auf Orbit-Niveau, zwei Stunden ohne Langeweile ist ja auch mal „net“ schlecht:

Framed

Langweilig wird es auch hier nicht, wohl aber durchaus nervig: In FRAMED stellen sich wirklich fast alle so unfassbar dämlich an, dass der geneigte Zuseher wirklich aus dem Rahmen springen könnte! ABER, das ist wohl Teil des Konzepts (wenn man dem ganzen Irrsinn wohlwollend gesonnen ist), denn die Verblödung durch und Fixierung auf das Social-Web sind Hauptthema der spanischen Schlachtplatte, die selbst bei mir leichte Würgereize auslösen konnte – es sei gewarnt vor Messern im Kopp, Self-kannibalistischen Anfällen und Körperteil-Tennis! Das Ende der Home-Invasion-Psycho-Parabel dreht dann völlig über und hinterlässt ’nen fiesen Nachgeschmack. Dabei bedient man sich Mitteln, die der Film selbst bitterst kritisiert, wandelt zwischen genial und schizophren…

Friedhof der Kuscheltiere (2019)

Ich denke zur Story muss wenig gesagt werden: Katze tot – Katze lebt – Katze psycho usw… Und doch macht die Neuverfilmung einzelnes neu und man ist als Kenner der Materie doch leicht überrascht.Das reicht aber nicht, um mit den letzten neuen King-Movies (v.a. ES!) mitzuhalten, dafür dann doch zu vorhersehbar, zu gewollt Horror, zu wenig hintergründig, wobei einzelne Bilder schon richtig schön fies aussehen (der Trailer sah ja großartig aus!). Das Finale schreit fast nach einer Fortsetzung und alle Akteure kommen überzeugend krude daher. Aber es reicht nicht für den großen Wurf – hätte man auch lassen können…

Nur ein kleiner Gefallen

Frage: „Ey, kannste mal kurz meinen Bengel auch aus der Schule abholen? Ich muss noch wat erledigen.?“. Antwort: „Sicher dat, muss meinen ja eh kutschen – ich bring‘ den Racker heut‘ Abend vorbei…“. Denkste! Denn die in Zynismus watende Alki-Vamp-MILF verschwindet spurlos, und die engelsbrave Heimchen-Mami hat jetzt beide Blagen und auch noch den Ehemann der Verschwundenen am Hals… Klingt lame, aber wird zunehmend dark, komplex, verschlüsselt, spooky. Trotzdem durchgängig witzig & charmant (liegt vor allem an den beiden Damen, Männer sind hier nur Bauern im Schachspiel!). Der Film wird trotz zwei Stunden Laufzeit nie langweilig, schlägt Haken wie zwei Hasen, ist sehr erfreulich anders!

The House That Jack Built

Lars von Trier… Muss man noch mehr sagen!? Die Abartigkeit seiner letzten Werke (man denke an ANTICHRIST oder NYMPHOMANIAC) hatte ja schon Champions-League-Niveau. Mit THE HOUSE THAT JACK BUILT ist er nun auf dem Zenit angekommen: Matt Dillon als schmieriger Serienkiller auf geradem Weg in die Hölle. Gegliedert in Short-Stories, die böser, absurder, kränker und verdorbener kaum sein könnten. Man ekelt sich eigentlich 2,5 Stunden lang vor dem Gesehenen, aber so wirklich weggucken will man auch nicht; zumal Bruno Ganz im Off vortrefflich pointiert kommentiert. Der Spannungsbogen ist eben wegen der Episodenhaftigkeit ohnehin kaum vorhanden (wie die Geschichte endet ist dabei sowieso zweitrangig). Hier malt ein Maler einfach mal Bilder, die vordergründig abstoßen und dahinter viele Türen aufstoßen – und in Jacks Haus gibbet einige davon…

The Perfection (Netflix)

Netflix haut ja mittlerweile so viel abseitiges Zeug raus, dass man doch recht oft mit offenem Mund zurück bleibt – so auch hier: Star-Cellistin musste wegen Pflege der kranken Mutter ihre Ausbildung abbrechen. Zehn Jahre später ist sie zurück, weil Mutter tot, aber der Star ist jetzt eine Andere… mehr wird nicht verraten: Am besten keine Trailer o.ä. glotzen, denn das größte Pfund in diesem Mystery-Thriller-Katastrophen-Psycho-Drama-Dingens ist die Überraschung! Deshalb gibt’s hier im TRAILERPARK ausnahmsweise mal keinen Trailer. Weder Figuren noch Story sind nämlich das was sie zu sein scheinen. Mehrfach wird alles auf den Kopp gestellt, mehrfach der doppelte Boden nochmal weggezogen. Dazu perfekt auf Hochglanz getrimmt, und das Schlussbild ist für die Ewigkeit, MEHR DAVON!!!

In diesem Sinne, Burn on!
Euer Hank Frank Schrader

1 Kommentar zu “Trailerpark News – It’s getting hot in here

  1. Benanza Online

    super duper

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