In der einhundertfünfzehnten Episode unseres rasanten Medien-Podcasts „Voll in die Presse“ blitzen wir sie alle: Von der Feuerwehr im Einsatz bis zum Harndrang-Heizer auf dem Weg zum stillen Örtchen. Und sonst? Es gibt neues aus der Forschung: Anstrengende Menschen verkürzen das Leben, Unterhosen zählen Flatulenzen und Tabak lockt die Motten an. Aber was tun mit einer 13.000 Flaschen umfassenden Biersammlung? Wir erzählen es euch.
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Nervensägen-Alterung und Flatulenz-Verdopplung
Dank der National Academy of Sciences ist es amtlich: Nervensägen in unserem Umfeld sorgen dafür, dass wir schneller altern. Ob im Büro, in der WG und ganz besonders in der Familie – je mehr, desto schlimmer. So beschleunigt sich der Alterungsprozess um 1,5 Prozent je Nervensäge. Erstaunlicherweise führen nervige Lebenspartner nicht zu einer beschleunigten Alterung.
Ebenso unangenehm, aber unvermeidlich: Der Furz. Und Furzforschende (den „King of Farts“ gibt’s wirklich) haben es nicht leicht. Denn wer gibt schon zu, wie häufig ihm Flatulenzen entfahren? So nahm die Forschung bisher an, dass dies durchschnittlich 14-mal täglich geschieht. Forschende der University of Maryland ergriffen eine ungewöhnliche Maßnahme und zählten damit 32 tägliche Fürze pro Person. Mittels eines elektrochemischen Zählers, der sich diskret in der Unterhose platzieren lässt, konnten sie die ungeschönte Wahrheit quasi direkt an der Quelle erheben.
Tabakschwärmer-Dilemma und Monster-Biersammlung
Wir bleiben forschungslastig: Wilde Tabakpflanzen lassen sich vom Tabakschwärmer gerne bestäuben. Das Problem: Die Raupen dieser Mottenart knabbern die Pflanze an. Forschende fanden heraus, dass ein Gen der Pflanze das Dilemma löst. Nachts erzeugt es einen Duft in den Blüten, der die Motten anlockt. Tagsüber erzeugt es denselben Duft in den Blättern, um Raubwanzen anzulocken. Diese verspeisen dann die Raupen und Eier des Tabakschwärmers. Für die Details verweisen wir gerne ans Max-Planck-Institut für chemische Ökologie.
Ein ungewöhnliches Hindernis hielt eine Zülpicher Familie davon ab, ins neu gekaufte Haus einzuziehen. Der verstorbene Vorbesitzer hatte dort 13.000 gefüllte Bierflaschen hinterlassen. Nach wochenlanger Suche und etwas Medienrummel fanden sich endlich Interessenten. Ein Essener Brauhaus übernahm die Sammlung und rückte mit Lkw zum palettenweisen Abtransport an. Im Brauhaus dient das Bier allerdings nur als Deko, denn ein Großteil ist bereits seit 30 Jahren abgelaufen.
Feuerwehr-Raser und Raser-Bremse
Tatü tata, die Feuerwehr ist geblitzt. Nachdem ein Feuerwehrmann in Sachsen auf dem Weg zu einem Löscheinsatz Vollgas gegeben und mit 69 statt der erlaubten 30 km/h erwischt wurde, drohte ihm ein Bußgeld und Fahrverbot. Einen Vergleich wollte er vor Gericht nicht annehmen, denn nach über 30 Dienstjahren in der Freiwilligen Feuerwehr hätte er sich mehr Rückendeckung durch die Stadt erwartet. Der Streit sorgte für Ungemach: Der Stadtwehrleiter legte sein Amt nieder, der Bürgermeister bat um Entschuldigung für die missliche Lage. Wir sind gespannt, wie es weiter geht.
Dass Tempo 30 an vielen Stellen eher lästig als sinnvoll sei, beklagt eine Schweizer Initiative eines Automobilclubs. Um für dieses Anliegen zu werben, hängte man 800 Plakate an Straßenrändern auf. Das ging allerdings nach hinten los: Diverse Autosensoren hielten das auf den Plakaten abgebildete Tempo-30-Schild für ein echtes Verkehrszeichen und bremsten die Fahrzeuge unter das eigentliche Tempolimit. Gerade außerorts hielt die Polizei das für riskant, so dass die Plakate umgehend entfernt werden sollen.
Viel Spaß mit der neuen Folge von „Voll in die Presse“ – stets ungebremst und immer im Einsatz. Wir freuen uns schon auf die nächste Runde!
Über diesen Podcast
„Voll in die Presse“ ist der Medienspiegel-Podcast über herrlich schräge Meldungen, Berichte und Social-Media-Posts. Ob nun kurios, peinlich oder einfach nur verrückt, wir sprechen darüber. Dabei geht es nicht nur um die Meldung als solche sondern vor allem auch um die Geschichte dahinter, manchmal sogar um das große Ganze. Vieles ist auf den ersten Blick lustig, manches stimmt auf den zweiten Blick aber vielleicht auch nachdenklich. Auf jeden Fall bietet die Medienwelt unzählige Gelegenheiten für eine angeregte Unterhaltung.
Damit es dabei nicht zu trocken zugeht, gibt es parallel zum Gequatsche eine exquisite „Bottle-Party“. Das heißt konkret, jeder Mitstreiter bringt ein Getränk seiner Wahl mit zur Sendung und wir verkosten dieses während wir unsere Presse-Fundstücke diskutieren. So bekommt der Name „Voll in die Presse“ eine ganz neue Bedeutung. Aufgenommen wird das Ganze im Benanza-Bus, unserem fahrenden Ton-Studio. Das literarische Quartett besteht aus den Herren Sammer, Prollo Ferrari, Beef Rogers und dem Gastgeber Ben Cartwright.
VIDP#115 – Die Artikel
Beck: Beim Fahren einfach laufen lassen: Harndrang rettet nicht vor Bußgeld
Chip: Weit verbreitete Toiletten-Angewohnheit ist schuld: Ärzte warnen vor beunruhigender Krankheit
NY Post: We fart twice as much as previously thought, scientists discover from new ‘smart underwear’
Science Direct: Smart underwear: A novel wearable for long-term monitoring of gut microbial gas production via flatus
Kölner Stadtanzeiger: Brauhaus kauft riesige Biersammlung aus Zülpich
The Guardian: Now we have proof: dealing with difficult people really does age you
Max Planck Gesellschaft: Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
SRF: Just Anti-Tempo-30-Plakate bremsen Verkehr ausserorts ab
Spiegel: Feuerwehrmann bei Einsatz geblitzt – jetzt drohen Bußgeld und Fahrverbot
Cover-Grafik: Nano Banana 2 / Benanza.Pix
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