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Trailerpark News – Back for good

Hola gente, nun habe ich die Sommerpause wirklich lang genug ausgereizt. Es ist ja immerhin schon November. Also, net‘ lang schwade, rein in den Wahnsinn dieser neuen Ausgabe der „Trailerpark News“. Ich habe euch gewarnt…

Army of the Dead

Wie häufig in meinen Filmtipps fließen auch hier massig Säfte, vor allem aber ordentlich Hirnmatsche! Zack Snyder’s mit 2,5 Stunden viel zu lange Netflix-Zombie-Heist-Klamotte mit ohne Spaß ist an Dummheit und Logikbefreitheit kaum zu unterbieten: In einem Hoteltresor des von Untoten überrannten Las Vegas lagern laut Gerüchten Fantastilliarden Dollars, und bevor Mr. President den Peacemaker drauf schmeißt soll das von einer Truppe Söldner „gesichert“ werden. Aber der Film macht dennoch irgendwie Spaß – bis auf den nerdig-nervigen Schweighöfer, dessen Figur auch noch ein Prequel bekommen soll … na prima! Wer mit unnützen schwülstigen Dialogen, meilenweit gegen den Wind stinkenden „Wendungen“ und blödbratzigen, kurzbehosten Twen-Gören umgehen kann, der bekommt ansonsten ’ne kurzweilige CGI-Schlachteplatte Deluxe serviert!

Nomadland

Oscar-Winner für „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Beste Hauptdarstellerin“ – und das völlig zu Recht! Story ist schnell erzählt, denn es gibt quasi keine: Wir folgen Frances McDormand (neben David Strathairn quasi einziger Profi im Cast – alle anderen sind Laien und spielen sich de facto selbst!) als im notdürftig umgebauten Van lebende Arbeits-Nomadin von einem Mini-/Kurzzeitjob zum anderen (Amazon-Lager, Suppenküchen-Gehilfin, Wanderführerin usw.). Sie trifft dabei immer wieder die gleichen Leute mit den gleichen Schicksalen (unverschuldet verschuldet, keine Familie mehr, keine gute Ausbildung, keine feste Bleibe, kurz vor oder schon über die Rentengrenze hinaus). Bewegend, ganz nah am für die meisten von uns unvorstellbarem Alltag von Millionen Amerikanern (und nicht nur da!): episodenhaft, bildgewaltig, stimmungsaufgeladen, authentisch – groß!

Schlaf

Psychothriller aus Germanien – kann ja nix sein … denkste! Schlafgestörte Mutter (Sandra Hüller) wird auf Geschäftsreise komatös ins Krankenhaus eingeliefert. Die besorgte Tochter reist in den Ort des Geschehens mitten in den tiefsten Harz, und trifft auf sonderbar abweisend auftretende Gestalten, verschlossene Hoteliers mit Allmachtsphantasien und Wahnvorstellungen auslösende dunkle Geheimnisse. Dies ergibt einen Mix aus trister Stimmung, fiesen Antagonisten, starken Frauenfiguren mit Schwächen (und düsterer Vergangenheit). Das macht zwar keine gute Laune,kann man sich aber sehr gut anschauen. Und wirklich besonders: Marion Kracht hab ich Anfang der 80er als Teenie in „Diese Drombuschs“ echt heiß gefunden, jetzt is die Olle 58 Lenze alt und gibt eine wirklich abgebrühte kompromisslose spookyge Sau ab – Respekt!

Capone

Vorsicht – ganz im Ernst! Tom Hardy ist „der“ Al Capone: ein sabbernder, entstellter, geistesgestört stammelnder Lappen Restmensch, der von Syphilis gezeichnet mit Mitte 40 nach 10 Jahren Knast (wegen Steuerhinterziehung – alle anderen Sauereien konnte man ihm nie nachweisen!) in der heimischen Villa im quasi offenen Vollzug von Bullen, erbgeiler Familie und Geistern der Vergangenheit belagert wird. Warum? Man vermutet noch irgendwo versteckt zehn Millionen Dollar (und nur er weiß, wo – denken halt alle). Völlig dem Wahn verfallen, oder spielt der Ex-Mobster diesen sich einscheißenden, dreckfressenden und um sich ballernden Zombie nur, um die gesamte Bagage los zu werden!? Man wird es wohl nie wirklich wissen, aber diese Performance hier ist schon ein Mysterium für sich. Oscar-würdige Meisterleistung oder Goldene-Himbeere-mäßiges Nicolas-Cage-Gedächtnis-Overacting!? Auch das wird man wohl nie wirklich wissen …

Vice – Der zweite Mann

Politsatire um Dick Cheney, dem langjährigen „heimlichen Präsidenten“ des „Land of the Free“ öhm „Land of we bring Freedom & Peace to the world“ (also eben nicht, verstanden, ne!). Böse, bitterböse! Immer pointiert aber mit angenehmen Ruhepausen, zwischenzeitlich fast dokumentarisch, dann wieder brüllend komisch, um kurz darauf dem Zuschauer den maximalst ausdenkbaren Zynismus in die Fresse zu bomben! Christian Bale hat sich dafür über 20 Kilo angefressen, und man erkennt ihn kaum wieder – irre im Quadrat bzw. Kugel! Ebenso great performed Sam Rockwell als George W. Bush, Steve Carell als Donald Rumsfeld und Amy Adams als brettharte Ehefrau Lynne Cheney. Da lernst Du mehr als in jedem Geschichtsbuch. Und als Bonus gibt’s unzählige im Halse steckenbleibende Brüller!

Königin der Wüste

Ich mag ja Werner Herzog sehr. Der Typ ist irgendwie kryptisch und strahlt Wahnsinn aus, egal ob als Regisseur oder als Darsteller, egal ob bei seinen Dokumentationen oder Fiction-Filmen (ich sag nur AGUIRRE!). Sein episches Biopic um die „weibliche Lawrence von Arabien“ (Nicole Kidman schwebt förmlich durch den Wüstensand – bitte alle kurz niederknien und zwar richtig!) kommt dahingehend schon fast konventionell daher. Der Film hat aber diverse Herzog-typische Szenen und Episoden – Style, Stimmung und Settings sind zuweilen wichtiger als die Story, könnte man attestieren. Aber das bekommen ja noch lange nicht alle hin! Man möchte wirklich in dieser Zeit und an diesen Orten gelebt und gewirkt haben!

Genug für heute, ich muss – öhm – weg … 😉

Euer Hank Frank Schrader

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Titelfoto: Jakob Owens / Unsplash

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