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Trailerpark News – November Sun

Servus Leute, es ist November und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Ebenso strahlend wie die milde Novembersonne sind die folgenden, fast ausschließlich preisgekrönten Filmhighlights. Aber Vorsicht, es kann gut sein, dass sich der ein oder andere Strahl eventuell bis ins Hirn durchbrennt…

Happy Times

Israelisches Familienfest in L.A., die Sippschaft (die wirklich jedes jüdische Klischee bedient) ist sich schon im nüchternen Zustand nicht ganz grün (es geht natürlich immer um GELD, haha!). Diverse Alkoholika und andere „Beschleuniger“ erhitzen die Gemüter der Alpha-Männchen und Tussi-Tanten. Auf verbale Backpfeifen folgen reale Klatschen. Man kann sich denken wie es sich weiter entwickelt. In welcher Weise es hier aber eskaliert ist jedoch nicht wirklich vorhersehbar. Es ist ein Heidenspaß der Bagage bei der (z.T. wortwörtlichen) Selbstauflösung zuzusehen. Kurzum, ein rauschendes Fest bis zum letzten Axthieb und Atemzug!

Harpoon

Zwei Buddies und die Schnitte des Einen machen einen Privat-Yacht Trip mit Schnaps, Chips und der titelgebenden Harpune. Alle Beteiligten sind schon leicht angespannt, weil vorher wohl schon einiges vorgefallen ist, dessen man sich aber erst später so richtig bewusst wird. Und natürlich wird es kein chilliges Weekend, natürlich weicht die leichte Anspannung Paranoia und Gewalt, natürlich werden es nicht alle überleben. Trotz doch stark eingegrenztem Setting ziemlich spannend, ziemlich lustig, ziemlich aussichtslos, ziemlich fies = ein kleiner feiner Feel-Good-Feel-Bad-Buddy-Revenge-Psycho-Horror-Eifersuchtsdrama-Movie-Trip!

I See You

Achtung! Schaut euch den Trailer besser nicht an und lest auch nichts darüber! Was anfänglich wie ein Mystery-Horror-Thriller startet (kleine Jungs verschwinden unter mysteriösen Umständen im Wald etc.) nimmt nach ca. der Hälfte der Laufzeit eine wirklich krasse Wendung. Und die will auch hier nicht Spoilern. Nur so viel: Sieht aus wie ein A-Klasse-Thriller, immerhin ist Helen Hunt am Start, auch wenn ihr Gesicht mittlerweile eher wie ne Karikatur ihrer selbst aussieht (WAS SOLL DER BOTOX-SCHEISS!?). Die Story ist komplex aber nicht kompliziert, spannend wie die Sau und böse bis ins Mark … kannst Du kaum vermarkten weil hier Genre-gemixed wird bis zum Exzess. Aber das Ding kann es locker mit Klassikern in dieser Liga aufnehmen – großes Kino!

The Nightingale

In diesem Streifen gibt es nix zu genießen – außer evtl. dem frohlockenden Gesang der Hauptfigur, und selbst der ist nicht wirklich fröhlich. Australien 1825: Abartig grausames englisches Militär schlachtet reihenweise die Aborigines ab und lässt reihenweise Strafgefangene (hauptsächlich Iren) für sich knechten. Unsere trällernde Protagonistin erlebt ziemlich schnell am eigenen Leib (und dem ihrer Familie) was dabei raus kommt wenn man sich dagegen zur Wehr setzt. Was folgt ist ein brutales und deprimierendes Revenge-Roadmovie durch den Busch. Nur in der letzten Einstellung sehen wir einen einzelnen Sonnenstrahl durch die Depression scheinen. Ganz im Ernst: Ich kann die Leute verstehen, die bei der Premiere in Cannes nach 20 Minuten aus dem Saal gerannt sind – zu unerträglich ist das Gesehene und Gehörte! Handwerklich großartig gemacht, thematisch bisher völlig unterbelichtet und somit wichtig (nicht nur die Amis haben eine blutige Historie). Für zarte Seelen aber definitiv zu derb.

Yummy

Derb geht es auch in einer rumänischen Schönheitsklinik zu, die eine belgische Hausfrau mit ihrem trotteligen Verlobten und affektierten Mutter zwecks Mops-Veränderung aufsucht. Allerdings eher nicht im psychologischen Sinne, denn kurz nach Ankunft bricht plötzlich die Zombie-Seuche aus. Fortan rennen, kriechen, springen, hacken, prügeln und schnetzeln unsere Protagonisten um ihr Leben! Völlig überzogen blutig, dadurch aber saukomisch und keine Sekunde lang ernst zu nehmen. Einfach ein großer dummer Splatter-Spaß mit garantiert angemessenem Finale – hier kriegt jeder „sein Fett weg“!

Ich geh jetzt mal raus und hack‘ ein paar Löcher in den Garten (wenn keine Zombieherden da sind muss man halt woanders druffkloppen!). In diesem Sinne, haltet die Wurscht hoch!

Euer Hank Frank Schrader

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