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Trailerpark News – F*%k you 2021

Ho, ho, ho … same procedure as last year – 2021 really sucked all the way long! Dennoch bzw. gerade deswegen hier noch einmal ein finaler Rundumschlag. Danach ist wohl erstmal Break bis Ende Januar – die Insel, ihr wisst schon …

Die Wache

Quentin Dupieux – mehr muss eigentlich nicht gesagt werden um die Richtung aufzuzeigen. Das Mastermind hinter bspw. „RUBBER“ und auch „REALITY“ hat seine kleine Fingerübung (nur 68 Min.) in einer französischen Polizeiwache gesettet: Inspektor verhört einen Zeugen/Verdächtigen bei einem Todes-/Mordfall spät abends auf der Wache. Das Gespräch ist zäh, von interpretierbaren verschachtelten Rückblenden und absurden Missverständnissen geprägt. Als dann in einer Verhörpause einem Kollegen mit ohne Auge/-nhöhle (!) ein irrwitziger Unfall passiert, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf … Wie gesagt kurz aber nicht knapp, weird, witzig, meta, wendungsreich, irgendwie anders halt. Schon die Büroausstattung verwirrt, ohne dass man genau weiß was da nicht so ganz stimmt. Macht den ein oder anderen Knoten im Kopp, also in Zeiten des Wahnsinns durchaus zu empfehlen!

Venom 2

Teil 1 war ja schon so lala, der hier ist trotz Woody Harrelson als Bösewicht und Andy Serkis auf dem Regiestuhl leider auch nicht besser. Mal wieder ist der kopffressende Alien in seinem Element nicht bzw. kaum zu sehen (logo, bei FSK 12 geht dat ja auch net – aber dann soll man halt so einen Film nicht machen!). Selbst der fiese „Carnage“ tobt eher blutarm on Screen, natürlich alles völlig CGI-überladen. Einziger Lichtblick sind die „Selbstgespräche“ von Tom Hardy mit Venom und die daraus entstehende Situationskomik, aber dann muss ich eben ’ne Komödie machen oder es einfach sein lassen! Die Story ist ohnehin nahezu derselbe langweilige Quark wie in Teil 1: Zum Tode verurteilter Irrer beißt Venom beim letzten Interview vor der Hinrichtung in die Hand, infiziert sich mit dem Alien-Virus, bricht aus, befreit seine Psychopathen-Freundin aus dem Irrenhaus und verbreitet allerlei Terror … na prima!

Gaia

Ökothriller, könnte man meinen … Coming-Of-Age-Drama, könnte es auch sein … Fantasy-Horror ebenfalls … nun ja – es is wohl alles gleichzeitig! Forscherin stößt im südafrikanischen Urwald auf etwas Unbekanntes und wird von einem dort lebenden Vater samt Sohn gerettet und in deren Waldhütte wieder aufgepäppelt. Oder wird sie doch unter Vorspiegelung falscher Motive gefangen gehalten und unter Drogen gesetzt!? Weniges ist hier hell und glasklar. Vieles ist grün und undurchsichtig. Und so Manches bleibt auch nach dem Abspann noch ein Rätsel. Trotzdem klare Empfehlung, weil spannend, empathisch und deutlich über den Dschungelrand hinaus reichend.

Shorta

Dänemark hat ja schon viele besondere Filme hervorgebracht, auch dieser macht da keine Ausnahme: In Kopenhagen droht der Ausnahmezustand, weil ein krimineller Einwanderer arabischer Herkunft im Polizeigewahrsam verstorben ist (bestimmt nur ein Unfall). Die beiden Streifenbullen im Zentrum der Story – der eine ruhig und bedacht, der andere „Alltagsrassist“ und Choleriker – geraten dadurch in einem „No-Go-Viertel“ mit diversen aufgebrachten Jünglingen und Clan-Homies aneinander. Die Lage eskaliert quasi minütlich mehr, bis alles in einer Hetzjagd ums nackte Überleben gipfelt. Hart, realistisch, humorbefreit. Aber zugleich auch einfühlsam und um Verständnis ringend. Vorurteile von Protagonisten und auch den Zuschauern werden geschickt unterlaufen – starker und wichtiger Thriller!

The Empty Man

Zum Abschluss nochmal ein langer und fieser Schocker. Fast 2,5 Stunden sehen wir einem Ex-Cop und Privatdetektiv bei dem Versuch zu, die vermisste Tochter einer alten Freundin zu finden. Auf diesem Weg kommt er dem Mythos des „Empty Man“ auf die Spur, einer scheinbar gemeingefährlichen Sekte. Dabei spielen auch seine eigenen Dämonen from the past eine nicht unerheblich Rolle … Die Laufzeit ist ausufernd aber verdient, das Sounddesign ist wahrlich brachialstes Alptraumfutter, der Aufbau ist raffiniert und hat diverse Überraschungen parat. Viele Fragen, viele Theorien, viel Leidenschaft, viel Talent, und vor allem viel Angst beim Zuschauer. Da ist eben gerade mal gar nix „empty“, ein bizarres und Epos mit Kultfilmpotential!

So, und nun macht was ihr wollt damit, feiert wie und mit wem ihr wollt und rutscht wann und wohin auch immer in das nächste beschissene Jahr – oder doch nicht? Egal, man sieht sich! 😉

Euer Hank Frank Schrader

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Titelfoto: Felix Mooneeram / Unsplash

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