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Trailerpark News – Summer moved on

Aloha, ihr Lieben, oder auch nicht. Obwohl es noch nicht so wirklich fröstelt wird es draußen langsam ungemütlich. Die neue Ausgabe der Trailerpark News macht da keine Ausnahmen: Wohlfühl-Atmosphäre gibbet woanders!

Dark Waters

Schon über 25 Jahre alt und somit gut abgehangen feiert dieses Werk seine Erstveröffentlichung in Alemania – vielleicht wegen russisch-britischer Co-Produktion mit Italo-Giallo-Regisseur!? Vielleicht wegen sperrigstem Zugang zur Story und den Figuren? Vielleicht wegen doch eher kontroversem Verhältnis zur Katholenkirche!? Egal, das Warten hat gelohnt. Düsterste Stimmung (Kloster auf ’ner Krim-Insel wo Sonnenstrahlen fern bleiben) trifft auf einen Haufen Psycho-Nonnen die einen doch eher verstörenden Kult betreiben. Eine Menge Geheimnisse gilt es für die junge britische Dame, deren Vater das Kloster zu Lebzeiten finanziert hat, zu entschlüsseln. Großartig artifiziell in Szene gesetzt!

Destroyer

Nicole Kidman (einstmals „Beauty Of The World“) gibt hier optisch wie verhaltenstechnisch ein absolutes Wrack ab – als völlig dem Suff verfallene abgehalfterte Polizistin jagt sie den Dämonen der Vergangenheit nach & versucht gleichzeitig zu verhindern, dass ihre Tochter in den selbigen Abgrund driftet. Dabei ist ihr wirklich JEDES Mittel recht… Alter … ALTER! Was hier geboten wird liegt irgendwo zwischen H“Heat“ und „French Connection“. Und was die „Olle“ hier (auch durch eine völlig glaubwürdig hergerichtete abgesoffene Visage) abliefert ist Oscar-reif! Die Story schlägt Haken wie ein Fleischer in Rinderhälften, Flashbacks und Eruptionen tun ihr Übriges, um dem Ganzen das Prädikat „Besondert krank aber schweinegut“ zu verpassen. Der Streifen wird ein Klassiker werden, Punkt!

El Camino – Ein Breaking Bad Film

Ein Klassiker ist auch die Serie rund um Walter White & Jesse Pinkman, der am Ende von „Breaking Bad“ (Achtung Spoiler!) ja gerade so davon gekommen ist – in einem „El Camino“ den Nazis davon gefahren. Und genau da setzt dieser Folgefilm an. Man konnte a) Schlimmes befürchten weil das mit Kult-Serien-Nachklapps selten funktioniert und/oder b) in die Künste des Showrunners & Regisseurs Vince Gilligan (auch für „Better call Saul“ verantwortlich) vertrauen. Letzteres ist eingetreten: Es fühlt sich exakt so an wie die Mutter-Serie, es sieht so aus, es ist durch Rückblenden unfassbar dicht und selbstreferenziell. Die Spannung suppt quasi aus dem Screen heraus und verschlingt alles im Raum. Besser und mehr auf den Punkt hätte man es sich nicht ausdenken können! Pinkman als äußerlich und innerlich vernarbter Getriebener reitet sich situativ wie so oft immer weiter in die Scheiße. Und seine Geschichte findet in diesen zwei Stunden ein würdiges und zufriedenstellendes (aber kein bequemes!) Ende – zum Niederknien!

Greta

Zum Niederknien präsentieren sich auch einmal mehr Isabelle Huppert und Chloë Grace Moretz, hier sogar noch übertroffen von Maika Monroe (wer die Damen nicht kennt – SHAME ON YOU oder google yourself!). Leicht überzeichnet aber nicht mit Meta-Kritik sparend sehen wir einsame Seelen auf der Suche nach „Connect to the world“. Isoliert im Großstadtsumpf und/oder ihren eigenen Traumata. Was freundlich beginnt endet im Albtraum, wahnhaft und voller Schmerz. Frauen (und viel mehr gibt es hier nicht zu sehen) können echte Bitches sein, it hurts!

Never Grow Old

Weh tut auch dieses Western-Vehikel über eine Gemeinde, in der der Pastor alle „Sünder“ und deren Gewerke verbannt hat… denn dabei bleibt es natürlich nicht, weil die Schurken eines Tages einreiten. Das scheint wiederum „gut“ für den seitdem eher wenig beschäftigten aber bisher warmherzigen Totengräber des vermatschten Kaffs im Midwest anno 1850 zu sein. Bestimmt kein zweiter „Erbarmungslos“, aber die omnipräsente schlechte Stimmung und die unterstützende bildliche Umsetzung sorgen schonmal ordentlich für miese Laune. Und wenn das ganze Drama erstmal in Fahrt kommt ist eigentlich (leider schon in Szene 1 gespoilert) kein gutes Ende für Irgendjemanden hier denkbar. Der Background der Figuren wird zudem nur so halbgar transparent, Stereotype wo man hinsieht, aber auf der Meta-Ebene bekommen Herrschaftsinstitutionen wie die Kirche oder der amerikanische Staat als solches tonnenweise ihr Fett weg.

Searching for Sugar Man

Passt überhaupt nicht zum Thema obwohl die reale Hauptfigur (jaja, Doku-Alarm!) allen Grund dazu hätte! Die Story des völlig unbekannten Singer-Songwriters „Rodriguez“, der bspw. in Südafrika als Held und Megastar gefeiert wurde während er „at home“ in Detroit davon NICHTS mitbekam und dann als Abrissarbeiter sein Brot verdiente, kann so niemand erfinden. So utopisch und absurd scheint das Ganze. 2012 mit dem Doku-Oscar prämiert sehen wir einen Menschen mit so einer unfassbar positiven Lebenseinstellung, dass einem (really! kein Scheiß!) die Tränen kommen… Für Musik- und Menschenfans eine Offenbarung, für alle anderen ein Zeitdokument unglaublicher Ereignisse. Ich selbst konnte und kann es bis heute eigentlich nicht glauben hier nicht einem Fake aufgesessen zu sein. „But, the Sugar Man is real“, irre!

Soviel von mir, ich bin raus und geh‘ Blätter auffegen. Welkt euch wohl!
Euer Hank Frank Schrader

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