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Der „gegoogelte“ Jahresrückblick

Man kann sich kaum vor ihnen retten, geht doch mit jedem Jahreswechsel eine Flut an Jahresrückblicken einher. Viele Menschen lieben es, am Ende des Jahres eben dieses noch einmal Revue passieren zu lassen. Suchmaschinen übrigens auch. Unter „Google Trends“ bietet die größte aller Suchmaschinen seit einigen Jahren einen ganz eigenen Blick in die Vergangenheit. Basierend auf den Begriffen, die im jeweiligen Jahr im Suchtrend lagen, erstellt „Google“ mehrere Top-10-Listen zu verschiedenen Themen.

Hitliste der deutschen Suchtrends

Die Listen lassen sich dabei nach einzeln Ländern und nach Jahren filtern – in Deutschland bis 2002. Je nachdem variieren auch die verfügbaren Oberbegriffe, wie „Suchbegriff des Jahres“, „Persönlichkeiten“ oder „Was-, Wie-, Wo-Fragen“. So erfahren wir, dass laut Suchstatistik Greta Thunberg die Persönlichkeit des Jahres 2019 war. Sicherlich keine große Überraschung. Suchbegriff des Jahres war hingegen „Rebecca Reusch“, die seit Anfang des letzten Jahres nicht nur bei Google eifrig gesucht wird.

Suchbegriffe
1) Rebecca Reusch
2) Notre Dame
3) Handball WM

Persönlichkeiten
1) Greta Thunberg
2) Evelyn Burdecki
3) Alice Merton

Abschiede
1) Karl Lagerfeld
2) Lisa Martinek
3) Ingo Kantorek

Ein besonderes Highlight dieses „Google“-Jahresrückblicks ist, dass man mit einem Klick auf den jeweiligen Begriff weitere Statistiken einsehen kann. So erfahren wir zum einen, wie sich der Suchtrend über das Jahr entwickelt hat. Zum anderen lässt sich hier die Beliebtheit des Suchbegriffs nach Regionen (in Deutschland Bundesländern) und Städten anzeigen. Danach war 2019 beispielsweise das Interesse an Greta Thunberg in Dresden am höchsten (100) und in Frankfurt/Main am geringsten (58). Wer hätte das gedacht?

Außerdem bekommt man eine Übersicht verwandter Themen und ähnlicher Suchanfragen. Bei Greta Thunberg waren dies etwa die Ergänzungen „Eltern“, „Asperger“, „Krankheit“ und natürlich „Fridays for Future“. Und für die Historiker unter uns: Das „gretaeske“ Jahreshoch lag in der Zeit vom 22. bis 28. September 2019.

Google macht die Sesamstraße

Wir alle kennen den Titelsong der Sesamstraße. „Wer, wie was? Wieso, weshalb, warum? … Wer nicht fragt bleibt dumm“. Hat man früher noch die Eltern oder Geschwister gefragt reicht heute bei W-Fragen ein kleines „Ok, Google …“. Und auch hier bewegte die Deutschen der Vermisstenfall Rebecca Reusch („Wo ist Rebecca?“). Leider konnte Google dazu auch keine abschließende Antwort finden. Andere wollten wissen „Was ist Artikel 13?“ oder „Was ist Brexit?“. Die wirklich entscheidende Frage sollte allerdings eher lauten: „Was soll Brexit?“.

Was-Fragen
1) Was ist Artikel 13?
2) Was ist Brexit?
3) Was bedeutet Kappa?

Wo-Fragen
1) 31.10 Feiertag wo?
2) Wo ist Rebecca?
3) Blinddarm Schmerzen wo?

Suchtrends aus dem Ausland

Der Blick über den Tellerrand – genauer gesagt über die Landesgrenzen – zeigt, dass Suchinteressen zuweilen stark von Lokalkolorit beeinflusst werden. Während man in Großbritannien vorzugsweise nach Rugby und Cricket sucht, googeln die von Waldbränden geplagten Australier lieber, ob sie sich in der Nähe eines Feuers befinden. Okay, abgesehen davon teilen sie die Leidenschaft für Rugby und Cricket.

Großbritannien
1) Rugby World Cup
2) Cricket World Cup
3) Game of Thrones

Australien
1) Fires near me
2) Rugby World Cup
3) Cricket World Cup

Auch Frankreich litt im letzten Jahr unter einem verheerenden Brand. Die Kathedrale Notre-Dame de Paris brannte im April lichterloh was viele Franzosen das ganze Jahr über beschäftigte – ebenso wie die Deutschen (siehe oben, Platz 2). Die US-Amerikaner halten es da schon lieber – auch nicht ganz untypisch – mit dem Disney Konzern. Jedem das seine.

Frankreich
1) Notre Dame de Paris
2) Marie Laforêt
3) Neymar

USA
1) Disney Plus
2) Cameron Boyce
3) Nipsey Hussle

Der klassische Rückblick

Wer weniger an Worten und mehr an Bildern interessiert ist, wird ebenfalls beglückt. Der Suchanbieter hat zu jedem Jahr ein emotional geschnittenes Rückblick-Video erstellt („Year in Search 2019“). Kostprobe gefällig? Nachstehend ist das Video für das Jahr 2019 eingebettet. Aber Achtung: „Google“ nutzt den an sich ganz netten Zusammenschnitt ganz bewusst zu Werbezwecken.

Wie auch immer man zu Jahresrückblicken steht. Eines sollten wir beim Blick in den Rückspiegel nicht vergessen. Den Blick nach vorne, denn dort spielt das Leben. Manch einer mag sich (oder „Google“) dabei fragen: „Was bringt 2020?“. Die Antwort erfahren wir spätestens im nächsten Jahresrückblick. In diesem Sinne, alles Gute für das neue Jahr!

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