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Filmbühne Magazin

Trailerpark News – Nomen es omen

Guten Tag zusammen, Freunde des bewegten Bildes und der lieblichen Akustik. Es ist mal wieder einige Zeit her seit der letzten Empfehlungsübersicht. Der Herbst nimmt uns so langsam in Beschlag und lädt uns ein zum Glotze gucken. Und da gibt es heute neues Futter für Euch. Also, let’s start …

Die Nacht des Todes

1980, eine abgelegene Villa in einem Vorort von Paris. Eine junge, frische und naive Pflegerin tritt ihren Dienst an. Die Insassen der Villa sind allesamt Schnabeltässler „högschten“ Alters … Doch dem Titel treu bleibend erwartet so ziemlich alle vor Ort DIE NACHT DES TODES! Hier wird ziemlich schnell klar wo der (bucklige) Hase herläuft. Dennoch und trotz der durch die Bank überzeichneten Darsteller spannend, inklusive hohem Splatter-Blutzoll (alles handgemacht, wirklich nix für schwache Mägen!). Und das Finale ist an Bösartigkeit kaum zu überbieten – Klassiker!

Das Geheimnis der dunklen Kammer

2016, eine abgelegene Villa in einem Vorort von Paris. Ein junger, frischer und naiver Foto-Assistent tritt seinen Dienst an. Der Bewohner der Villa ist ein manischer Portrait-Fotograf, der sich auf die Technik „Daguerreotype“ (so auch der Originaltitel) spezialisiert hat. Dabei müssen die Models stundenlang ohne Bewegung ausharren. Sein Lieblings-Model ist seine eigene Tochter, die aber so langsam aber sicher mit Hilfe des neuen Assistenten aus dieser Nummer raus möchte. Jedoch nicht ohne DAS GEHEIMNIS DER DUNKLEN KAMMER zu lösen … Wahn, Realitätsverlust, Raffgier, Arroganz, Cholerik – der Horror kommt hier aus verschiedenen Richtungen und auf leisen Sohlen durch die knarzende Bude geschlichen. Irgendwann beginnt der Hauptperson zu dämmern what the fucking hell da abläuft. Aber dann ist es schon deutlich zu spät. Wie gesagt, eher gemächlich aber großartig vom Japaner Kiyoshi Kurosawa fotografiert, Chapeau!

The Hunt

Wake up … irgendwo im Nirgendwo … zusammen mit einigen unbekannten Anderen, die dann auf einer Lichtung eine Kiste mit Knarren und ein Ferkel finden. Soviel zur Ausgangslage. Und plötzlich beginnt jemand, Mitglieder der Zufallstruppe von irgendwoher massenweise zu erschießen. Einer Handvoll gelingt es in den Wald zu fliehen – doch THE HUNT hat gerade erst begonnen. Hart, schnell, überraschend, böse = so muss das sein! Dazu mit politischem Subtext (im „Land of the free“ heftigst diskutiert!) und A-Klasse-Akteuren, die nicht alle ohne Loch im „Kopp“ ihre knappe Screentime überstehen. Garniert wird das Ganze mit einer abseitigen und gemeinen Komik sowie einer fetten Portion Sarkasmus. Achja, Betty Gilpin will ich einfach nur sofort heiraten!!!

The Lodge

Vatter („Thorin Eichenschild“) hat ’ne Neue. Sie ist nur halb so alt und einzige Überlebende eines Sekten-Massen-Suizids, logo. Doch die abservierte Mutter („Batgirl“) kann das nicht so wirklich gut ertragen. Um das Ganze irgendwie zu managen will Vatter mit der Neuen und den zwei Kids (gar nicht mal soo nervig, im Gegenteil!) über Weihnachten zu THE LODGE in die Berge fahren. Doch – wie immer – ruft die Arbeit, und die Neue bleibt mit den Kindern allein zurück … Eisige Einöde, Misstrauen, Spuk, Panik, Wahnsinn, Psychoterror sind nur einige der Folgen des Settings, in dem am Ende keiner völlig ungeschoren davon kommt. Der Streifen hat seine Längen, ist auch nicht völlig innovativ, aber gerade gegen Ende will man eigentlich nicht mehr hinsehen. Also nix für einen lustigen Abend!

VFW

… steht für „Veterans of Foreign Wars“, die ein wirklich selten elitärer Haufen von alten Suffköppen und Kriegsnachweinern sind. Und so sitzen die VFW wie immer abends in ihrer Stamm-Kneipe irgendwo am Arsch der USA rum, als ein junges Girlie mit einem Rucksack voller geklauter Drogen auf die Szene tritt. Im Schlepptau hat sie die mäßig begeisterten Beklauten (wirklich ein selten widerwärtiger Haufen von Sadisten und Psychopathen!) und eine Horde Süchtige, die auch an das Zeug ran wollen. Was folgt ist denkbar kurz beschrieben: Auf’s Maul! Mit Äxten. Mit Kettensägen. Mit Wummen. Mit Messern. Mit Pfeil und Bogen! Die 18er-Freigabe ist mehr als angemessen, denn hier bleibt keine Murmel ohne Spalt und kein Gliedmaß an seiner ursprünglichen Stelle. Ein wirklich großes Schlachtfest! Alles im 80er-Düster-Carpenter-Look-and-Feel. Auch die Synthie-Mucke ist sehr Retro. Insgesamt verwaschen, dreckig, (pseudo-)heroisch – und ein Muss für Cineasten über 40 (also alte Säcke wie uns)!

Exorzismus 2.0

Ein Fake-TV-Prediger, dem es vorrangig um das Abgreifen von weiblichen Jüngerinnen geht, bekommt es bei einem seiner „echten Fälle“ plötzlich wirklich mit einem echten Dämon zu tun – oder vielleicht doch nicht!? Dieser Dämon bedient sich während einer Live-Show (wie fies!) Social-Media-Kanälen, um seinen hinterhältigen Plan auf dem Rücken des Predigers umzusetzen … Tatsächlich also ein EXORZISMUS 2.0 (und trotzdem ein dämlicher deutscher Titel). Die Teufelsaustreibung läuft dabei mehr und mehr aus dem Ruder und geht am Ende weit – sehr weit – über die Grenzen des Pseudo-TV-Studios hinaus! Ordentlich gory, ordentlich in Szene gesetzt, eher unordentlich budgetiert. Sympathen sucht man hier fast vergeblich, aber das gibt dem abgegrabbelten Genre nochmal einen neuen Touch. Im Ergebnis ein sehenswerter Happen für zwischendurch mit exquisitem Nachgeschmack.

Wie ihr seht, gibt es viel zu tun (zu glotzen). Also nicht lang schnacken, Arsch auf’s Sofa packen!

In diesem Sinne,
Euer Hank Frank Schrader

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