Filmbühne Magazin

Trailerpark News – Multiple Hunting

Guys! Lange hat’s gedauert – aber Urlaub, Maloche, diverse Serienstaffeln und sonstige Distractions unterschiedlichster Art sind die Ursache. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mich echt durch ’ne Menge unterdurchschnittlichen Schlamm wühlen musste, um wenigstens noch ein paar Perlen zu finden. Aber alles ist relativ…

Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Sechs Jahre nach Teil 1 entert der Doctor nun also das Multiversum (eigentlich ja schon im letzten Spider-Man und in „What if…!?“, aber sei’s drum). Und was zu allererst gesagt werden muss: Aufregend ja, aber spannend is das alles nicht mehr … kein Ereignis ist mehr von Bedeutung, weil es ja irgendwo da draußen ein anderes Universum gibt, in dem es eben anders passiert ist bzw. entschieden wurde. Man muss da nur hin und alles ist wie man es haben will. Konsequenzen aus Entscheidungen, die Geschichten eben nunmal ausmachen, werden hinfällig. Vielleicht ist es auch der wohl chaotischen Produktionshistorie geschuldet, dass es hier doch gleichzeitig irgendwie wirr und dennoch unüberraschend zugeht. Vielleicht konnte Sam Raimi seinen Film eben nicht so umsetzen wie gewollt (von einem vielfach erhofften „Horrorfilm“ ist das jedenfalls mehrere Universen entfernt). Optisch gibt’s da wenig zu meckern, auch der Fokus auf Wanda ist ein gelungener Kniff (für alle ohne Vorwissen bzgl. „WandaVision“ allerdings eher rätselhaft). Einzelne Szenen sind wirklich groß und -artig und verbreiten eine beängstigende Atmosphäre. Aber wie bereits gesagt: Wenn alles quasi unendlich wiederholt und irgendwann/-wo/-wie anders gerade gebogen werden kann, dann mutieren die Bedrohungen zu zahnlosen Tigern. Miau!

Jurassic World: Dominion

Trotz einer bisher nie dagewesenen Menge und Vielfalt an prähistorischen Echsen mit ’ner Menge Appetit wirkt der (hoffentlich!) letzte Teil der ehemals stilbildenden Reihe wie ein Gebiss mit dritten Zähnen. Mehr von allem hilft halt nicht immer. Story ist kaum der Rede wert: Böser Konzern manipuliert mit Genen rum, die in der Welt verbreiteten Dinos werden dazu eingefangen, die „guten Experten“ (alle bekannt aus den vorherigen Filmen = ohne die gesehen zu haben rafft man hier sowieso gar nix) versuchen das Guerilla-mäßig zu verhindern. That’s it, also wie gehabt in den letzten vier Teilen, nur eben nicht auf ner Insel, sondern global. Dass dafür auch ganze alte JP-Recken wie Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum ausgebuddelt wurden – geschenkt bzw. gerne gesehen, aber inhaltlich maximal überflüssig. Die Action ist dagegen wie immer ansehnlich, vereinzelt richtig dramatisch und spannend in Szene gesetzt. Nicht selten ist sie aber auch lächerlich bis redundant (die erhobene Hand vom Star-Lord, oh weia!). Der jetzt veröffentlichte „Extended Cut“ läuft zudem 2:41 Minuten (auch die Kinofassung hatte nur 12 Minuten weniger), also mal wieder deutlich zu lang. Eine Stunde und zwei unnötige Nebenhandlungen weniger und wir hätten wenigstens eine flotte Monsterhatz gesehen …

Prey

Monster (hier kein Dinosaurier, sondern niemand geringeres als der PREDATOR!) landet vor 300 Jahren in der nordamerikanischen Prärie und knöpft sich einen Sioux-Stamm, französische Kolonialsöldner und alles Getier vor, was da so vor der fiesen Hackfresse mit High-Tech-Waffenarsenal eben auftaucht. Doch was vor 35 Jahren noch der schwerbewaffnete Arnie im Dschungel lösen musste (nämlich das quasi unkaputtbare Ungetüm selbst zu jagen und zu zerpflücken), das besorgt nun eine ca. 45 Kilo schwere ca. 20 Jahre alte Squaw nur mit Pfeil und Bogen ausgestattet. Sie fühlt sich von ihrer Sippe nicht ernst genommen und will beweisen, dass sie als Jägerin mehr drauf hat als als Köchin. Klingt wieder leicht nach „Woke-Feminismus im Überdruss“, aber fokussiert nicht auf irgendeine wie auch immer geartete Botschaft, sondern haut mit derbsten Geschnetzel dermaßen auf die Kacke, dass hinter den plötzlich aufbrausenden Gedärm-Lärm und den Blutfontänen ohnehin wenig hör- und sichtbar bleibt. Eine Schlachteplatte Deluxe in edlen Bildern (okay – nicht jedes CGI-Getier sieht hier „echt“ aus, aber stört jetzt auch nicht so krass). Das Teil hätte eigentlich auch im Kino laufen können, nun eben auf Netflix, besser als nix!

Hunter Hunter

Und final wird hier heute jetzt doppelt gejagt. Der Titel könnte für ganz Schlaue da schon ein wenig drauf hinweisen: Vater – Mutter – Tochter wohnen als Aussiedler in der kanadischen Wildnis. Nicht alle Familienmitglieder sind von diesem Lebensentwurf gleichermaßen überzeugt und Spannung liegt in der Luft. Das Leben ist rau aber ruhig, allerdings nur so lange bis die Mädels von einem Wolf attackiert werden und Papa im Wald einen Haufen Frauenleichen findet … Brutal intensiv von Anfang an, überraschend, beinhart, gnadenlos, abgründig – zieht einem vor allem am Ende echt die Socken aus. So und nur so muss ein guter gemeiner Horror-Thriller sein! Die Darsteller sind top, das Setting trist und beklemmend, der Score brummt und wummert und zieht die akustischen Daumenschrauben immer weiter an … der mit Abstand „kleinste“ Film in dieser Liste, aber eben auch mit Abstand der Größte!

In diesem Sinne, Waidmanns Heil, Ihr Narren!

Euer Hank Frank Schrader

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Titelfoto: Julian Hanslmaier / Unsplash

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