Ein Haus ohne Bewohner, blaues Spray gegen Angreifer, ein Lottogewinn nach dem Tod und ein Kampfpilot auf der Jagd nach dem perfekten Handyfoto: Der April beweist einmal mehr, dass die Realität offenbar keine Redaktion braucht, um kuriose Geschichten zu produzieren. Der Strangenews Informer hat fünf Fundstücke zusammengestellt, bei denen man sich unweigerlich fragt: „Wie bitte..?“
Das einsamste Haus der Welt
Mitten im Nordatlantik steht auf der isländischen Insel Elliðaey ein kleines weißes Haus, das im Internet gerne als „einsamstes Haus der Welt“ bezeichnet wird. Um das Gebäude ranken sich allerlei Geschichten – unter anderem das Gerücht, es gehöre der isländischen Sängerin Björk. t-online hat sich den Mythos genauer angesehen: Tatsächlich gibt es sogar zwei isländische Inseln namens Elliðaey, was zur Verwirrung beigetragen hat. Das Haus auf Elliðaey bei den Westmännerinseln stammt aus den 1950er-Jahren und gehört einem örtlichen Jagdverein. Strom und fließendes Wasser gibt es nicht; stattdessen werden Regenwasser und ein Holzofen genutzt. Der eigentliche Grund für das abgelegene Gebäude ist die traditionelle Jagd auf Papageientaucher. Das mysteriöse Inselhaus ist also weder Luxusvilla noch geheimer Rückzugsort eines Prominenten – sondern eine ziemlich rustikale Unterkunft für Jäger.
„Schlumpf-Spray“ – Selbstverteidigung macht blau
In den Niederlanden erlebt ein ungewöhnliches Selbstverteidigungsmittel einen regelrechten Boom: das sogenannte „Schlumpf-Spray“. Das Mittel versprüht blauen Schaum, der einen Angreifer kurzfristig in seiner Sicht beeinträchtigen und ihn gleichzeitig auffällig markieren soll. Hintergrund ist die gestiegene Nachfrage nach Selbstschutz nach einem tödlichen Angriff auf eine Schülerin. ZDFheute weist allerdings auf einen wichtigen Unterschied zwischen den Niederlanden und Deutschland hin: Während das Spray dort als legale Alternative zu verbotenem Pfefferspray verkauft wird, kann der Einsatz in Deutschland rechtlich problematisch sein. Ein Strafrechtler erklärt, dass die Abwehr eines gegenwärtigen Angriffs grundsätzlich möglich sein kann – eine dauerhafte Markierung zur späteren Identifizierung oder öffentlichen Bloßstellung des Angreifers aber nicht vom Notwehrrecht gedeckt wäre.
700.000 Euro im Eurojackpot – posthum
Normalerweise freut man sich über einen Lottogewinn. In diesem Fall konnte sich der Gewinner allerdings nicht mehr darüber freuen: Ein Mann aus Rheinland-Pfalz gewann beim Eurojackpot 703.600 Euro – nachdem er bereits verstorben war. Möglich wurde die kuriose Konstellation durch ein laufendes Lotto-Abo. Der Mann hatte seine Zahlen zu Lebzeiten abgegeben, das bereits bezahlte Abo lief nach seinem Tod noch rund zwei Wochen weiter. Genau in diesem Zeitraum landete der Volltreffer. Laut VOL.AT geht der Gewinn nun regulär in den Nachlass und soll an die Witwe ausgezahlt werden. Für die Familie hatte der unerwartete Geldsegen angesichts des gerade erst erlittenen Verlusts eine besondere Bedeutung: Sie empfand den Gewinn als eine Art Zeichen. Ein Lotto-Abo, das wirklich bis zum allerletzten Moment durchzieht.
Das teuerste Selfie des Tages
Der Wunsch nach einem spektakulären Erinnerungsfoto hat für einen südkoreanischen Kampfpiloten eine ziemlich teure Wendung genommen. Er wollte sich während seines letzten Fluges vor einer Versetzung fotografieren lassen und bat andere Piloten, ihn mit ihren Handys aufzunehmen. Bei einem Manöver mit knapp 580 km/h verschätzte er sich jedoch und kollidierte mit dem anderen Flugzeug. Glücklicherweise ging der Zusammenstoß glimpflich aus, die Schäden an den beiden Maschinen beliefen sich allerdings auf umgerechnet mehr als eine halbe Million Euro. Laut ORF wurde der Pilot zunächst mit einer Strafe von 88 Millionen südkoreanischen Won belegt – nach seiner Beschwerde aber auf ein Zehntel reduziert. Begründung: Er hatte seit 2010 Flugzeuge sicher gesteuert, und auch andere Piloten hatten bereits Aufnahmen während des Fluges gemacht. Das perfekte Piloten-Selfie wurde damit zum vermutlich teuersten Schnappschuss seiner Karriere.
Doppelt Gold für Reinhard Mey
Manchmal lohnt sich ein Blick in die Statistik – besonders, wenn man Reinhard Mey heißt. Bei der deutschen Liedermacherlegende wurden die Daten zu seinen früheren Plattenverkäufen überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass zahlreiche Auszeichnungen bislang gar nicht berücksichtigt worden waren. Nach Angaben seines Sprechers kommen mindestens 23 weitere Preise hinzu, darunter Gold, Platin und sogar dreifaches Gold. Mey hatte bislang 21 Goldene Schallplatten erhalten; zwischen 1975 und 2000 waren seine Erfolge offenbar nicht vollständig erfasst worden. Der Deutschlandfunk berichtet, dass der Fehler nun korrigiert wird. Mey selbst gilt dabei eher als jemand, dem Verkaufszahlen nicht besonders wichtig sind – seine jahrzehntelange Bedeutung als Liedermacher lässt sich ohnehin schwer in Gold- und Platinscheiben messen. Trotzdem dürfte die nachträgliche Goldplatten-Flut eine ziemlich ungewöhnliche Überraschung sein.
Fazit
Der April liefert wieder einmal das komplette Kuriositäten-Paket: ein mysteriöses Haus, das gar nicht so mysteriös ist, ein blaues Verteidigungsmittel mit juristischen Tücken, einen Lottogewinn aus dem Jenseits, ein spektakulär misslungenes Handyfoto und eine nachträgliche Goldmedaillen-Flut für einen deutschen Liedermacher.
Fünf Geschichten, fünfmal Realität – und wie immer richtig schön
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Quellenangaben
t-online: Elliðaey – das „einsamste Haus der Welt“
https://www.t-online.de/klima/leben-umwelt/id_101187696/elli-aey-das-einsamste-haus-der-welt-das-steckt-hinter-dem-mythos.html
ZDFheute: „Schlumpf-Spray“: Mittel zur Verteidigung?
https://www.zdfheute.de/panorama/schlumpfspray-niederlande-schutz-frauen-notwehr-100.html
VOL.AT: Nach seinem Tod: Mann gewinnt 700.000 Euro im Eurojackpot
https://www.vol.at/nach-seinem-tod-mann-gewinnt-700-000-euro-im-eurojackpot/10111838
ORF: Wegen Handyfotos mit Jet kollidiert: Strafe für Kampfpiloten
https://orf.at/stories/3427653
Deutschlandfunk: Berechnungsfehler – Reinhard Mey steht das Doppelte an Goldenen Schallplatten zu
https://www.deutschlandfunk.de/berechnungsfehler-reinhard-mey-steht-das-doppelte-an-goldenen-schallplatten-zu-100.html
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Titelbild: pcjvdwiel / Pixabay
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